Mangelware Einmalhandschuhe


Nach aktuellen Informationen bleibt der Markt für Einmalhandschuhe weiterhin sehr angespannt. Schon vor einem halben Jahr zog die Nachfrage nach Handschuhen spürbar an. Neben den bisherigen Gründen wie Ausfuhrverbote und Rohstoffmangel, haben nun auch noch Werksschließung aufgrund von Coronafällen die Produktion weiter eingeschränkt.

Die verfügbaren Handschuhe können nur mit hohen Aufschlägen und Transportkosten importiert werden. Es ist zu befürchten, dass der Nachfrageüberschuss noch weit bis ins nächste Jahr andauern wird. Wir appellieren daher an alle Kunden, Einweghandschuhe nur in den Bereichen einzusetzen, in denen es gesundheitlich angezeigt ist. Prüfen Sie zudem, wo der Einsatz von Mehrweghandschuhen möglich wäre.

Folgende Handlungsalternativen bieten sich an:

Keine Handschuhe


Einmalhandschuhe schützen den, der sie trägt, halten Schmutz fern, Bakterien, schirmen die Haut ab vor ungewolltem Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Doch die Sicherheit ist trügerisch. Mit Handschuhen sind nicht alle Handlungen mit den Händen automatisch steril – vor allem nicht steriler als wenn sie sie mit bloßen Händen ausgeführt werden. Natürlich tummeln sich an Händen, etwa an den Innenflächen und den Fingern, Tausende von Bakterien. Doch die menschliche Haut gibt davon – wenn die Hände etwa eine Tischplatte oder die Haut eines anderen Menschen berühren –, nicht mehr als etwa 100 Bakterien ab. Anders dagegen die Kunststoffe, aus denen die handelsüblichen Einmal-handschuhe bestehen. Diese Handschuhe geben, wenn sie kontaminiert sind, rund 100.000 Bakterien ab, also das Tausendfache.

An menschlicher Haut haften Bakterien einfach besser als an Latex oder Vinyl.
Ein häufiges Händewaschen und das Desinfizieren der Hände genügt in den meisten Fällen, um auf Handschuhe verzichten zu können.

Die Beantwortung einer einfachen Frage genügt:
Ist bei meiner nächsten Tätigkeit wirklich eine Kontamination meiner Haut vorhersehbar?

Einmalhandschuhe Vinyl-Nitril Mischung


Neu auf den Markt gekommen sind Handschuhe aus einer Vinyl-Nitril-Mischung. Diese Handschuhe sind unter verschiedenen Markennamen (z.B. Vitril von Ampri) erhältlich. Bei dem Material handelt es sich um eine synthetische Alternative zu Naturlatex.

Es ist strapazierfähiger, weicher und alterungsbeständiger als Vinyl. Der Nitrilanteil verbessert die Reißkraft um 20% gegenüber dem herkömmlichen Vinylhandschuh und liegt besser an der Hand.

Der Schutzhandschuh findet seine Anwendungsbereiche in der Medizin als Untersuchungshandschuh, bei Pflege- und Reinigungstätigkeiten, in der Zahnmedizin, bei der Ersten Hilfe, im Gesundheitswesen, sowie als Produktschutz für viele weitere industrielle Bereiche.

In der Lebensmittelindustrie ist er nur bedingt einsetzbar, da er nicht mit fettigen oder öligen Substanzen in Berührung kommen darf. Es besteht die Gefahr, dass die Weichmacher im Handschuh an Fleisch oder Fisch abgegeben werden.

Mehrweghandschuhe


Wo immer möglich, sollten statt Einweg- Mehrweghandschuhe eingesetzt werden. Diese sind in der Regel dicker und bieten nicht die gleiche haptische Anmutung und Berührungsempfindlichkeit wie Einmalhandschuhe. Aber besonders für den Einsatz mit Chemikalien und/oder mechanischen Tätigkeiten können diese besser schützen.

Abgesehen vom medizinischen Bereich gibt es sicherlich viele Tätigkeiten bei denen gut auf Mehrweghandschuhe ausgewichen werden kann.

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